Am 1.Oktober 1875 wurde der direkte Betrieb zwischen Köln und Trier (Eifelbahn)
aufgenommen.
Im Zuge des Streckenbaus entstanden aufwendige Bahnhofsgebäude, die z.T. an die Grossbürgervillen des ausgehenden
19.Jahrhunderts erinnern, wie der leider nicht mehr bestehende Bahnhof Liblar. Während viele der alten Gebäude im Laufe der
Zeit stark verändert oder abgerissen wurden, hat der Bahnhof Weilerswist sein ursprüngliches Aussehen bewahrt. Er ist ein gut
erhaltenes repräsentatives, technikgeschichtlich bedeutendes Beispiel eines preußischen Durchgangbahnhofes mit Toilettengebäude
des 19.Jahrhunderts.
Das Bahnhofsgebäude von 1875 ist ein zweigeschossiger Bau mit tonpfannengedecktem Satteldach. Der gesamte Bahnhof wurde
einheitlich in Ziegelmauerwerk mit z.T. aufwändigen Verzierungen aus Tonformsteinen ausgeführt. Aufgrund von Untersuchungen
der Farbschichten des Fassadenanstrichs konnte festgestellt werden, dass das Gebäude ursprünglich einen gelben Anstrich
besaß.
Der Aufbau des Empfangsgebäudes entwickelte sich mit dem Betrieb und den Erfordernissen von Fahrplan und
Beförderungsrichtlinien, insbesondere des Abfertigungsreglements. Für die Durchführung des Reglements war ein ganz bestimmter
Grungrissaufbau des Empfangsgebäudes erforderlich:
Vom Eingang gelangte der Reisende in eine Bahnhofshalle, in der er Schalter zum Erwerb der Fahrkarte vorfand.
Von der Bahnhofshalle konnten die Wartesäle der 1., 2. und 3. Klasse erreicht werden. Diese Wartesäle wiederum verfügen über
einen direkten Zugang zum Bahnsteig.
Im Obergeschoss waren die Wohnungen für den Stationsvorsteher und dessen Assistenten eingerichtet. Diese Aufteilung änderte
sich schon bei der Einführung der Bahnsteigsperre im Jahre 1895.
Weitere Impulse erhielt das Empfangsgebäude durch die allgemeine Architekturentwicklung.
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Im Jahre 2002 erwarb die Gemeinde Weilerswist das mittlerweile heruntergekommene Bahnhofsgebäude von der Deutschen Bahn.
Nach aufwändigen Sanierungsarbeiten präsentiert sich das Gebäude seit 2005 wieder in historisch original gelben Anstrich und
in alten Glanz.